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Lenin by Warhol
Abi 04 am SGH
19.12.2003 13:30: niels Abijahrgängler eMail
Hammer und Sichel
Jo!!!!! Das muss sofort wieder weg! Im Titel der Homepage unseres Jahrgangs, darf kein Symbol einer brutalen und menschenverachtenden Diktatur stehen! Denk mal nach!
Irgenwie hatte im Homepage-AK keiner solche Bedenken.
Ausserdem ist dieses Symbol lediglich Zeichen für eine Weltanschauung. Was du meinst sieht so aus: http://www.sodipodi.com/clipart/flags/ussr_historic.png hat einen Stern und ist gelb auf rot - ein rießen Unterschied!

Mach einen konstruktiven Vorschlag, wenn er besser ist hat er gute Changen.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [19.12.2003 13:51]
ich seh des ähnlich
Ich seh des ähnlich wie der Niels. So mit Hammer und Sichel isch scho a bissle krass. Weil eigentlich will ich mich net mit dieser Weltanschauung identifizieren. Was haltet ihr von folgendem: Man nimmt einfach 2 Gegenstände, die ähnlich aussehen, wie Hammer und Sichel aus dem Schulalltag und kreuzt die. Wie wär das? Zum Beispiel ein Stift und noch was oder so.....
Jim Abijahrgängler eMail [20.12.2003 09:47]
@jim
nehmen wir doch hammer und zirkel!!
ich hab überhaupt kein problem damit mich mit dieser seite zu identifizieren obwohl im banner hammer und sichel gezeigt werden!!
Daniel Gottschall Abijahrgängler eMail [20.12.2003 10:41]
ich sehs auch sehr ähnlich
Ich finde das mit Hammer und Sichel auch nicht sehr passend, da sollte wirklich was anderes hin. Ich finde den Vorschlag von Jim gut; wie wärs zB mit Zirkel und Lineal oder stift? Auch wenn schon die Meinung aufkam, dass der Zirkel aus irgendeinem Grund nicht passend sei - der Zirkel ist jediglich ein Symbol der Freimaurer und somit ja wohl vertretbar im Gegensatz zu Hammer und Sichel!!!
Kerstin Abijahrgängler eMail [20.12.2003 12:28]
außerdem...
...lässt sich ja durchaus darüber diskutieren, ob nur die Diktatur menschenverachtend ist, oder auch die Weltanschauung, die durch Hammer und Sichel symbolisiert wird. Ich glaub, ihr kennt meine Antwort.
niels Abijahrgängler eMail [20.12.2003 12:30]
übrigens...
Jo hat keine Ahnung
niels Abijahrgängler eMail [20.12.2003 12:31]
Zirkel ist doch DDR, oder?
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [20.12.2003 14:46]
heeeeeee
so, dann werd ich mich auch mal äußern, auch, weil ich mich in der AK-Sitzung und auch gegeüber Jim und Niels schon meine Ablehnung vom Unrechtsregime (usw usw) dargelegt habe.
Hier zunächst ein Lexikontext: "HAmmer und Sichel: vorwiegend komminist. Symbol der Solidarität von Arbeitern (Hammer) und Bauern (Sichel),...1924 in das Wappen der UDSSR aufgenommen, zudem in das Hoheitszeichen sämtlicher Unionsrepubliken. Darüberhinaus wurden H. und S. als Symbol auch nichtsowjetischer kommunistischer Parteien (z.B. KPD in der Weimarer Republik) benutzt. Im österreichischen Wappen symbolisieren HAmmer und Sichel (in den Fängen des Adlers) Arbeiter, Bauern und Bürger Österreichs". Soweit das Lexikon, das Problem verschiebt sich also eher dahingehend, dass ich mich NICHT mit Österreich identifizieren will. Weiß aber ja eh keiner, das mit Österreich. Auf jeden Fall hat sich durch die Lexikonerkenntnis meine Meinung geändert, da ich zuvor dachte, Hammer und Sichel seien ein Symbol der DDR. Wenn wir es nicht in der DDR-Fahne sondern einfach so verwenden, hat es also keinen direkten Bezug zu diesem Regime, mein Vergleich, dass wir ja auch kein Hakenkreuz auf der Abi-Homepage wollen, ist also nichtig. Und darüber generell ein Symbol der Solidarität oder auch der sozialistischen Weltanschauung zu verwenden, müssen wir meiner Meinung nach generell gar nicht diskutieren, finde ich eigentlich logisch bei dem Motto. Noch ein Wort zu Lenin: Finde ich auf der Homepage lustig, "mehr nach außen gerichtet", also bspw. auf dem Abibuch oder T-Shirt bin ich da auch etwas kritischer. Frohes Fest.
felix Abijahrgängler eMail [20.12.2003 16:06]
Felix, du enttäuscht mich
hätte nicht gedacht dass du gelaubt hast dass H.u.S. das Symbol der DDR sei... hat das etwa Niels auch geglaubt?

Ich hätte ja nix dagegen, da was Kapitalistisches reinzumachen, nur gibts da nunmal keine so deutlichen Symbole. Ein Dollarzeichen vielleicht. Aber nix graphisch ansprechendes, und farblich passendes.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [20.12.2003 16:14]
...was mir keinen harten macht.
felix Abijahrgängler eMail [20.12.2003 18:13]
...,jo
ich beschäftige mich nun mal nicht allzu viel mit solchen symbolen. der lexikontext sollte das auf jeden fall klarstellen, nebenbei bemerkt hätte mich mal interssiert, wie viele jahrgangsmitglieder überhaupt schon mal hammer und sichel gesehen haben. sei es wie es sei, gegen ein dollarzeichen hätte ich auf jeden fall was...
felix Abijahrgängler eMail [20.12.2003 18:16]
Also ich hab auch kein Problem mit dem H.u.S. Zeichen...
... Ich glaube kaum, dass jemand der auf die Page hier geht meint, das wir hier zum Kommunismus stehen, oder so. Also wegen mir kann das Symbol da oben gerne bleiben.
Topper Abijahrgängler eMail Homepage [20.12.2003 18:19]
Felix, ich glaube du denkst zu schlecht von uns
Ich denke jeder hat schon mal Hammer und Sichel gesehen und weiss, dass es irgenwas mit Kommunismus oder DDR "oder so" zu tun hat. (Hoffe ich mal schwer, wär arg enttäuscht wenn nicht)
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [20.12.2003 18:24]
jo will fronten aufziehen
dass ich dich damit nicht gemeint habe, ist dir glaube ich klar, oder?
felix Abijahrgängler eMail [20.12.2003 18:28]
hdghdh...
...ein nachtrag eine minute später: dass es nicht DAS symbol der ddr war, war mir klar, ich dachte aber, es wäre EIN ddr-symbol. wenn du wirklich die herkunft gekannt hast; mein respekt.
felix Abijahrgängler eMail [20.12.2003 18:31]
bringt doch nicht immer die Moralinspritze!
ich denke, vielen ist der Unterschied Marxismus-Leninismus und Stalinismus nicht so ganz klar.

Deswegen bin ich für Jos Design, da der Marxismus-Leninismus mit seiner romantischen Vorstellung der Weltrevolution historisch ja soweit abgehakt ist, dass auch die Folgeerscheinung Stalinismus unser Design nicht zum moralischen Knackpunkt macht. Nicht ganz so abgehakt und im ganzen unsäglichen Ostalgiewahn nicht ausreichend problematisiert, finde ich die DDR weniger geeignet, zum einen um nicht als Abkupferer irgendwelcher "DDR-Show"s o.ä. dazustehen und zum anderen, da die geschichtliche Distanz fehlt und deswegen der Fun-Aspekt nicht zureichend gewürdigt wird. (Ich mein damit, dass der Gag weg ist, wenn die Ablehnung der DDR gegenüber nicht vorausgesetzt werden kann.)

Zum Thema Freimaurerei: Bevor noch jemand Winkel (Geodreieck) und Zirkel vorschlägt, möchte ich zu bedenken geben, dass die Freimaurer auch nicht unbedingt zweifellos unbedenklich sind.
Florian Abijahrgängler [21.12.2003 00:34]
Hört Hört
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [21.12.2003 11:32]
zum Lexikontext
Die Tatsache, dass H.u.S. (hiermit ist nicht der uns allen aus der Grundschule bekannte Heimat- und Sachunterricht gemeint) in der Sovjet-Flagge vorkommen reicht schon, um bei mir ein gewisses Unwohlsein hervorzurufen.
Das dieses Symbol anderer Herkunft ist und auch anderswo verwendet wird, ist kein gutes Argument, wie ich anhand eines mir zufällig bekannten Beispiels deutlich machen will:
Das Hakenkreuz, welches ursprünglich ein brennendes Wagenrad widerspiegeln soll, ist auch ein Symbol des Hinduismus, das in Indien an jeder zweiten Tempelwand klebt und sogar statt Mercedes-Stern auf der Kühlerhaube zu finden ist. Dennoch wird es von den meisten Menschen mit Unterdrückung und Gewaltherrschaft assoziiert und wird deshalb verachtet. Ich denke mit Hammer und Sichel verhält es sich ähnlich. Das wurde dadurch deutlich, wie all die jenigen (z.B. ich) reagiert haben, die gar nicht so genau wissen, wo H.u.S. eigentlich herkommen und was sie bedeuten.
niels Abijahrgängler eMail [21.12.2003 12:05]
@niels
Du meinst also , wir sollten ein anderes Emblem als HuS nehmen, "weil diejenigen, die nicht so genau wissen wo HuS herkommen und was sie bedeuten", HuS missinterpretieren KÖNNTEN?
Diese Auffassung wäre verständlich, wenn HuS eindeutig ambiguin wären, was sie aber nicht sind. Sogar die hinduistische Swastika der Göttin Vishnu ist zweifelsfrei vom unheiligen Hakenkreuz aufgrund der unterschiedlichen Laufrichtung der wegstehenden Haken zu unterscheiden.
Da bei HuS nunmal keine Ambiguität besteht, also das Zeichen (Signafikant oder Signifiant) nur EINE "Bezeichnung" (Signifikat oder Signifié) hat, wäre es herablassend den anderen gegenüber, bei ihnen Unkenntnis der Sachlage bzw. Missverstehen zu unterstellen.
Florian Abijahrgängler [21.12.2003 15:18]
H.u.S. wurde doch sicherlich auch von unterdrückten Kommunisten...
in den 30er Jahren benutzt. Damit ist das ein Zeichen des Widerstandes!
Wie es aussieht ist H.u.S. derart vielfältig dass eine Reduzierung auf die menschenverachtenden Taten der SU eine unnötige Zuspitzung ist. Ist das etwa politisch motiviert, Niels :-)
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [21.12.2003 15:45]
sorry, dass ich mich hier auch einmische... :)
... aber mich stören die Symbole "Hammer und Sichel" überhaupt nicht!
Ich denke sie sind einfach Zeichen einer bestimmten Weltanschauung (die sich bis jetzt eben nur durch nicht sonderlich positive Beispiele einen gewissen Ruf gemacht hat)!
Dass der Begriff der Demokratie auch schon oft "falsch" ausgelegt wurde (Wie eben der des Kommunismus) würde doch heutzutage auch niemanden soweit bringen unsere Staatsform an sich anzukreiden!
(Von ein paar Ausnahmen mal abgesehen ;))
judith Abijahrgängler eMail [21.12.2003 16:07]
ach ja...
und ich denk auch, dass der Zusatz "13 Jahre Klassenkampf" eigentlich auch die Ironie ganz gut rüberbringt, mit der wir den Begriff "Kabitalismus"/Kapitalismus verwenden, oder?
judith Abijahrgängler eMail [21.12.2003 16:08]
nochmal für alle:
der Kommunismus ist eine böse Sache, er ist nicht "missverstanden".
niels Abijahrgängler eMail [22.12.2003 09:37]
Das ist aber deine persönliche Meinung.
Man könnte genauso gut Argumentieren, dass der Kommunismus eine gute Sache ist die leider immer schlecht lief, und der Kapitalismus eine schlechte Sache, die zum Glück meist gut lief.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [22.12.2003 11:35]
@niels
Du kannst doch ein system, dass für die aufhebung aller klassenunterschiede und das ende der armut steht nicht als schlecht bezeichen. deshalb stimme ich dem jo in seiner betrachtung 100% zu. auf sein kommentar ist zutreffend. wie kann ein gesellschaftssystem gut sein, in dem alle nur auf ihren eigenen vorteil bedacht sich!!
Daniel Gottschall Abijahrgängler eMail [22.12.2003 12:34]
hä,jo?
wieso lief der kapitalismus meist gut, bitte???
felix Abijahrgängler eMail [22.12.2003 13:02]
Naja, er läuft noch
im gegensatz zu kommunistischen oder möchte-gern-kommunistischen-Systemen, die meist nicht mehr laufen.
Falls du darauf anspielst, dass der Kapitalismus, der heute gut läuft, kein reiner sondern meist ein solzialer ist, gebe ich dir recht.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [22.12.2003 14:12]
@niels
naja, "missverstanden" ist vielleicht ein bisschen unglücklich ausgedrückt... aber ich glaub nicht, dass Marx damals in geringster Weise hätte ahnen können, was ein Stalin oder irgendwelche DDR-Fuzzies aus seinem Grundgedanken des Kommunismus jemals machen würden!
Ausserdem wäre doch dann eher das Lenin-Bild auf dieser Page anfechtbar, von ihm kommt ja diese Parteien-Theorie, die meines Erachtens erst die Legitimierung für das, was in der DDR passiert ist, war.
judith Abijahrgängler eMail [22.12.2003 16:50]
@niels
diese diskusion eignet sich eigentlich auch fürs abibuch. ich habe den verlauf mit großem intresse verfolgt.
Daniel Gottschall Abijahrgängler eMail [22.12.2003 22:53]
Wenns vom Platz her langt...
dann kann das ja eins-zu-eins da rein :-)
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [22.12.2003 23:15]
ich bins nochmal
@gocci: 1. schreibt dir im Kapitalismus niemand vor, dass du auf deinen eigenen Vorteil bedacht sein musst, es gibt genügend "Wohltäter" in kapitalistischen Systemen; 2. tut, nach Smith, derjenige, der auf seinen eigenen Vorteil aus ist, etwas für die Gesellschaft (Stichwort Angebot und Nachfrage), was durchaus nachvollziehbar ist.
Damit komme ich zu meiner abschließenden Frage an dich: Wie kann ein gesellschaftssystem gut sein, in dem alle immer nur das tun müssen, was ihnen befohlen wird?
Und jetzt meine Botschaft an alle: Der Kommunismus baut bekanntermaßen darauf auf, dass alle an einem Strang ziehen. Für Demokratie ist also kein Platz. Folglich gehen Kommunismus und Diktatur Hand in Hand.
Außerdem ist es für den Entscheidungsträger nicht erkennbar, was der Volunté Général ist, falls es diesen überhaupt gibt. Also führt der Kommunismus die Menschen nicht ins Paradies, sondern ins Verderben.
niels Abijahrgängler eMail [23.12.2003 12:16]
@niels
ich glaube du schweifst ab... ;) hier ging es ja vielmehr darum, ob hammer und sichel immer mit staatsform hand in hand gehen, oder ob man den grundgedanken des kommunismus auf unserer page durchaus dulden kann... oder hab ich da was falsch verstanden?
Und ich glaub nicht, dass irgendjemand daran zweifelt, dass der Kommunismus (bzw. Sozialismus)ausgeführt als Staatsform menschenverachtend und einer Diktatur ähnlich ist!
judith Abijahrgängler eMail [23.12.2003 16:46]
Niels ist nicht liberal, sondern libertär!
@Niels: Dass das Nobelpreiskomitee dir wiedersprechen würde, wenn du sinngemäß sagtest, "wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt", ist jawohl mit dem Wirtschaftsnobelpreis für Prof. Nash (mir fällt gerade nur der Nachname ein) aus dem Film "a beautiful mind" erwiesen.
Außerdem ist auch für den demokratisch gewählten Entscheidungsträger nicht erkennbar, was der volonté général ist, falls es diesen überhaupt gibt. Also führt die Demokratie nicht ins Paradies, sondern ins Verderben.
Florian Abijahrgängler [23.12.2003 19:19]
@Judith
Der Kommunismus in seiner idealen Form ist nicht menschenverachtent, sondern im Gegenteil sehr utopisch (alles gehört allen, jeder bekommt was er braucht). Lediglich durch die praktischen Beschränkungen der Menschen wird der Kommunismus nie erreicht sondern stets eine in der Tat menschenverachtende Vorstufe. Kommunismus an sich ist wunderbar und praktisch nicht machbar - Utopia eben.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [23.12.2003 20:28]
@florian
kommunismus ok - kapitalismus ok, aber inwiefern führt demokratie ins verderben?
felix Abijahrgängler eMail [24.12.2003 13:25]
@jo
aber ist es nicht so, dass der Kommunismus, auch in seiner "idealen" Form, den Menschen die Entscheidungsgewalt und das Selbstbestimmungsrecht entzieht? Jawohl, so ist es! Und deswegen ist der Kommunismus, auch in seiner "idealen" Form, menschenverachtend.
(Nebenbei bemerkt: So kommt man auch zu dem Schluss, dass ein stark übertriebener Sozialstaat menschenverachtend ist.)

Anders könnte man natürlich behaupten, der Kommunismus sei realistischer als die Demokratie, wenn er davon ausgeht, dass die meisten Menschen zu blöd dazu sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Dann aber wäre eine oligarchische Herrschaft der Wissenden die ideale Lösung.
Es läuft also wieder auf den üblichen Schluss hinaus: Ich bin für eine Diktatur. Aber nur, wenn ich der Diktator bin.
niels Abijahrgängler eMail [24.12.2003 15:18]
Ist es wirklich Menschenverachtend?
Das ist deine Ansicht. Frag mal leute in der dritten Welt, die unter dem internationalen Neoliberalismus leiden: Die hätten lieber ihr Bedürfnise gestillt als theoretische Entscheidungsfreiheit. Aus der Sicht derer, die ihre Bedürfnise gedeckt haben, ist das natürlich anders...
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [24.12.2003 16:02]
weiter im Text
@felix: Das war natürlich nur ein Kommentar auf Niels' Aussage "Außerdem ist es für den Entscheidungsträger nicht erkennbar, was der Volunté Général ist, falls es diesen überhaupt gibt. Also führt der Kommunismus die Menschen nicht ins Paradies, sondern ins Verderben." kurz zuvor, die zwar wahr ist, aber an sich auch für die Demokratie gilt, da das Wahlergebnis einer demokratischen Wahl immer den volonté á tous widerspiegelt, aber niemals den volonté général.

@niels: Da gabe ich dir Recht, mit der Diktatur. Wir Straussianer müssen an die Macht! (Ich erinnere an den Spruch "Religion ist das Opium für das Volk, aber es braucht Opium" oder so ähnlich im Zusammenhang mit Bushs/Wolfowitz' christlich-fundamentalistischer Kreuzzugrhetorik)
Florian Abijahrgängler [24.12.2003 16:25]
kurze Anmerkung des frankophonen:
es heißt "volunté de tous" und nicht "volunté á tous".
Wobei ich sagen muss, dass mir der Unterschied zwischen volunté de tous und volunté général überhaupt kein bisschen klar ist. Komischerweise schäm ich mich überhaupt nicht deswegen.
niels Abijahrgängler eMail [24.12.2003 18:13]
@ jo
Die Vergangenheit (ich mag sie, sie hilft immer weiter), hat aber gezeigt, dass der Kommunismus die Bedürfnisse nicht deckt. Bekannteste Beispiele sind die DDR-Bananen und die Sovjet-Regenschirme.
niels Abijahrgängler eMail [24.12.2003 18:16]
Niels, du bist überführt
Obwohl wir genau wissen, dass du den Unterschied zwischen der Theorie des Kommunisimus und dem Sozialismus der DDR oder SU kennst, leugnest du ihn hier um ein Argument zu haben. Ich rede schließlich stets vom Kommunismus in seiner theoretischen Form, nicht von dem Sozialismus des 20. Jhds, wie ich oben aber auch sicher schonmal gesagt habe.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [25.12.2003 01:49]
ich weiß, ich weiß,
ich weiß, dass ich weniger weiß, als du annimmst. Mir is vollkommen unklar, wie die theorie des Kommunismus ohne Herrscher oder mit einem demokratischen Herrscher auskommt, falls du andeuten wolltest, dass sie das tut.
Nebenbei: War es nicht Marx, der die DIKTATUR des Proletariats forderte? (Ich weiß: nur vorübergehend)
niels Abijahrgängler eMail [25.12.2003 14:30]
Das sind die unklarheiten der reinen Theorien
die gibt es aber im Kapitalismus auch: Wer räumt die Leichen der verhungerten Armen weg? Wer sorgt dafür, dass ich meinen Sondermüll nicht in die Ammer kippe? Und wie wird Monopolbildung verhindert?
All diese Fragen werden vom reinen Kapitalismus nicht beantwortet, ebenso wenig wie die nach der Verwaltung des Kommunismus.
Ausserdem kannst du nicht Kommunismus nicht mit Demokratie und Kapitalismus mit Diktatur vergleichen: Kommunismus und Kapitalismus sind Wirtschaftsformen, Diktatur und Demokratie sind Regierungsformen, jede Kombination ist denkbar.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [25.12.2003 15:38]
Unklarheiten? - Unwahrheiten!
Der Kommunismus als Gesellschaftsform offenbart sich als Räterepublik, bei denen die Räte (russ.:Sovjets) von den Arbeitern gewählt werden, aber für die übertragene Verantwortung keine weitere Entgeltung erfahren, damit die jederzeit abwählbaren Sovjets sich nicht von den Problemen der Arbeiterschaft entfremden können. So hätte das aussehen können, nach Jos Typologie wäre das wohl die Kombination Kommunismus+Demokratie gewesen, aber leider sah die Praxis anders aus, eher diktatorisch.
Florian Abijahrgängler [25.12.2003 16:48]
Klarheiten
Übrigens hat Marx die Diktatur des Proletariats nicht gefordert, sondern als unvermeidbar im Prozess der Ent-Entmüdigung des Proletariats gesehen, wie gesagt als vorübergehende Rache an den kABItalistischen Peinigern (warum kommt mir gerade der Abigag in den Sinn?).
Ausserdem gibt es gar keine Unklarheit darüber, dass natürlich nur der die Leichen der Verhungerten bzw. der "black friday"-Brokern wegräumt, der daraus Profit schlagen kann, d.h. den "Mehrwert" seinen Arbeitern am effizientesten abknöpfen kann. Und natürlich hindert dich niemad daran, deinen Müll in die Ammer zu kippen, genauso wie dich niemand daran hindert ein Monopol aufzubauen, damit du der Nachwelt als Rockefeller bekannt bist.
Florian Abijahrgängler [25.12.2003 17:09]
noch mehr Klarheiten
dann änder ich meine Aussage:
Der Kommunismus ist in seiner theoretischen Form zwar menschenverachtend, jedoch nicht diktatorisch. Ändert man ihn aber zum Realisierbaren hin, so wird er dieses auch.

@jo: Im übrigen wollte ich gar nicht behaupten, dass ich für grenzenlosen Kapitalismus und somit gegen jegliches Eingreifen des Staates, über äußere und innere Sicherheit hinaus, bin. Ich sehe vielmehr in dem von dir angesprochenen Schutz der Umwelt ein wichtiges Aufgabenfeld der staatlichen Gewalt.
niels Abijahrgängler eMail [25.12.2003 21:34]
Auch Kommunismus in reiner Form ist nicht menschenverachtend
im gegenteil, es achtet jeden Menschen. Und in der Florianschen Idealform der Räterepublik hat ja jeder Mensch die Freiheit die Entscheidungen in angemessenem Maße zu beeinflussen, sowie im persönlichen Bereich seine Entscheidungen treffen. Natürlich muss er sich - wie auch in den anderen Staats-, Gesellschafts- und Wirtschaftsformen die Gemeinschaftsentscheidungen mittragen und sich ihnen beugen, auch wenn er in der Minderheitheit war. Das ist aber ein demokratisches Prinzip, das wieder nichts mit der Wirtschaftsform zu tun hat.
"aber ist es nicht so, dass der Kommunismus, auch in seiner "idealen" Form, den Menschen die Entscheidungsgewalt und das Selbstbestimmungsrecht entzieht?" (niels) Auf diesen Satz stütz sich ja die These der Menschenverachtung des Kommunismus. Aber das stimmt einfach nicht. Der ideale, ideele Kommunismus tut eben jenes nicht, er erwartet von den Menschen lediglich dass sie sich den Prinzipien der dezentralen Rätedemokratie beugen.
Joachim Breitner Abijahrgängler eMail Homepage [25.12.2003 23:18]
Ansichstsache, denke ich
Wenn die Entscheidungen des Gesetzgebers, der Regierung, des Rates, oder sonst irgendeines staatlichen Organes zu weit in das Privatleben eingreifen, denke ich, ist das Selbstbestimmungsrecht nicht mehr gewährleistet. Natürlich ist da keine klare Grenze zu ziehen. Wie gesagt: Ansichtssache.
niels Abijahrgängler eMail [26.12.2003 10:05]
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